Newsletter 43/2017 vom 16. November 2017

Falls Sie es nicht mitbekommen haben sollten: Was am vergangenen Samstagabend als Jubiläumsveranstaltung für 10 Jahre "Schweizer Buchpreis" geplant war, ist gründlich misslungen. Nicht nur der Anlass selbst war verkorkst, auch die Moderatorin Nicola Steiner hatte nicht ihren besten Abend. Zurück blieben ein konsterniertes Publikum und ein sichtlich getroffener Urs Faes – einer der fünf für den Preis nominierten Schriftsteller –, der in der Folge der Preisverleihung am Sonntag fernblieb. Inzwischen hat Nicola Steiner öffentlich um Entschuldigung gebeten, die Jury und wir Organisatoren mehrfach unser Bedauern über die verunglückte Veranstaltung und unser Verständnis für Urs Faes ausgedrückt. Wir werden daraus unsere Lehren ziehen.

Wie viele andere (u.a. die nicht gerade als unkritisch geltende Literaturkritikerin Christine Richard in der "BaZ") hat Urs Faes in den letzten Wochen das Format des Buchpreises immer wieder ausdrücklich gelobt. Deshalb ärgert es mich doppelt, dass ausgerechnet er am letzten Sonntag nicht dabei sein konnte. Denn die Preisverleihung war, was sie in den letzten zehn Jahren immer war: Eine schöne, würdevolle Feier für Schweizer Literatur; für fünf wunderbare Autorinnen und Autoren mit grossartigen Büchern, die wie viele der 45 Titel davor ohne den "Schweizer Buchpreis" wohl nie so viel Aufmerksamkeit erhalten hätten, ja teilweise ohne diesen Wettbewerb von der Öffentlichkeit gar nicht erst wahrgenommen worden wären. In diesem Sinne noch einmal Glückwunsch an alle Nominierten und herzliche Gratulation an Jonas Lüscher für den "Schweizer Buchpreis 2017".


Inhalt

1.   Schweizer Buchpreis 2017 «Kraft» von Jonas Lüscher ausgezeichnet
2.   «Es ist einfacher geworden» E-Book-Tag im Buchzentrum
3.   3 Fragen an ... Wolfgang Koch
4.   Kinder- und Jugendbuch in der Statistik Noch fehlt der grosse Bestseller
5.   30 Jahre Verein Schaffhauser Buchwoche und Georg Freivogel seit 42 Jahre am Ruder
6.   Jubiläum 111 Jahre Haupt Verlag in Bern
7.   Aufbau / Blumenbar Constanze Neumann übernimmt die Verlagsleitung Literatur
8.   Hanser Literaturverlage Ulrike von Stenglin soll ab 2018 neuen Bereich aufbauen
9.   Wechsel bei Taschen / Benevento Markus Klose neuer Vertriebsleiter
10.   Knaur Belletristik Programmleiterin Natalja Schmidt
11.   Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern Jetzt wird (doch noch) gebaut
12.   Grossbritannien Grosse Buchhandels-Studie veröffentlicht
13.   Bücher in den Medien

 

1.  Schweizer Buchpreis 2017 «Kraft» von Jonas Lüscher ausgezeichnet

Von Mittwoch bis Sonntag (8. bis 12. November) fand das Lesefestival "Buch Basel" mit knapp 100 Veranstaltungen an 31 Orten statt. Es mündete, dieses Jahr zum zehnten Mal, mit dem grossen Festakt zur Vergabe des "Schweizer Buchpreises". Über 400 Zuschauer folgten der Einladung zu dieser öffentlichen Veranstaltung im Basler Stadttheater: sie sassen im Saal und alle Stufen hinauf bis ins Foyer. Den Auftakt machte ein Trio der Basler Musik-Akademie mit spanischer Musik. Pünktlich um 11:00 ging die Veranstaltung los, die auch wieder live im Radio übertragen wurde, moderiert von Kulturredaktorin Luzia Stettler. Den Höhepunkt des Morgens bildeten sicher die eloquenten Laudatien der Jury, die Lust auf alle fünf Titel von Martina Clavadetscher, Urs Faes, Lukas Holliger, Jonas Lüscher und Julia Weber machten.



Nach einer Stunde wurden die Nominierten und die Besucher endlich erlöst und Jonas Lüscher mit seinem Roman "Kraft" (C.H. Beck) als Gewinner des "Schweizer Buchpreis 2017" bekannt gegeben. Die Jury würdigte das Buch als: "welthaltiges, dringliches und sprachmächtiges Werk." Es sei ein "fulminanter Text, der durch seine erfrischende Bösartigkeit ebenso überzeugt wie durch seinen philosophischen Tiefgang und die kluge Gegenüberstellung von alter und neuer Welt." Wie sich Jonas Lüscher zehn Minuten nach der Preisvergabe gefühlt hat und wo er seine Bücher kauft, lesen Sie im Interview mit dem Autor in der nächsten Ausgabe des SBH. Jonas Lüscher erhält als Auszeichnung 30'000 Franken, die weiteren Nominierten je 2'500 Franken. Einen Grund zum Feiern hatte auch Lukas Holliger, hatte er doch zuvor den ARD Online Award für sein Hörspiel "Verfluchtes Licht" erhalten.



Den vollständigen Newsletter finden AbonnentInnen im Archiv. Die Zugangsdaten zum Bestseller-, Newsletter- und Print-Archiv stehen immer im Abspann des wöchentlichen Newsletters.