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Schweizer Vorlesetag

 

Ergebnis der Abstimmung vom 11. März 2012


Die offizielle Stellungnahme des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands (SBVV):

Schweizer Buchbranche und Büchervielfalt geschwächt
Mit grossem Bedauern nimmt der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV das Nein des Schweizer Stimmvolkes zum Buchpreisbindungsgesetz zur Kenntnis. In der öffentlichen Diskussion über die Hochpreisinsel Schweiz und im Wissen darum, dass die vollen Konsequenzen der 2007 abgeschafften Buchpreisbindung erst in den kommenden Jahren deutlich sichtbar werden, ist es uns leider nicht gelungen, eine Mehrheit von den Vorteilen dieser einfachen, in sämtlichen Nachbarländern bewährten Regelung für eine Buchvielfalt zu überzeugen.

Der SBVV geht davon aus, dass sich die die Schweizer Buchhandelslandschaft in den kommenden Jahren ohne gute Rahmenbedingungen weiter markant verändern wird, und zwar zu Ungunsten des unabhängigen Buchhandels. Eine Entwicklung, die auf lange Sicht nicht ohne negative Folgen für die Schweizer Verlagslandschaft und der damit verbunden Förderung von Schweizer Autoren bleiben wird – also auf Kosten der kulturellen Vielfalt geht. Um diesem Schaden zu begegnen wird es an den Gegnern der Preisbindung sein zu beweisen, dass ihre Versprechen im Abstimmungskampf für direkte Unterstützungsmassnahmen für die Schweizer Buchkultur keine Lippenbekenntnisse waren.

Trotz der Niederlage an der Urne freut sich der SBVV darüber, dass das Buch durch den Abstimmungskampf so grosse Aufmerksamkeit erhalten hat und sich so viele Leute aktiv für das Kulturgut Buch engagiert haben. Das ist vor allem der Unterstützung der über 1300 Personen zu verdanken, die sich im Komitee «Ja zum Buch» engagiert haben – darunter zahlreiche Autorinnen und Atuoren sowie Politiker aus den Parteien BDP, CVP, CSP, EDU, EVP, Grüne, FDP, SP und SVP. Sie waren den unzähligen Branchenvertretern – vom mittelständischen Verlagshaus über die Dorfbuchhandlung, von der Kochbuch-Autorin bis hin zum Lehrmittelverlag, die sich in einem selten gesehenen gemeinsamen Engagement im Abstimmungskampf eingesetzt haben – eine grosse Hilfe. Das ist für den SBVV Verpflichtung und Ansporn zugleich, sich weiter mit aller Kraft für die Buchvielfalt in der Schweiz einzusetzen.

Marianne Sax, Präsidentin des SBVV und Buchhändlerin: «Uns war von Anfang an klar, dass diese Abstimmung eine fast unmögliche Aufgabe werden würde. Deswegen hat unsere KMU-Branche die Gelegenheit für das Kulturgut Buch nutzen wollen. Das ist uns gelungen. Nie zuvor wurde landauf, landab so intensiv über das Buch debattiert. Die intensiven Diskussionen, die alle Buchhändlerinnen und Buchhändler mit ihren Kundinnen und Kunden in den vergangenen Monaten führten, die vielen Podiumsdiskussionen und Veranstaltungen mit Verlegern, Autoren und Buchhändlern waren beste Werbung für das Buch und die Schweizer Buchbranche.»

Dani Landolf, Geschäftsführer SBVV: «Das Nein zur Buchpreisbindung ist ein Nein für einfache und gute Rahmenbedingungen der Schweizer Buchbranche, die mitten in einem riesigen Strukturwandel steckt. Die Preisbindung hätte die Steuerzahler keinen Franken gekostet, alle Alternativen schon. Wir werden den selbsternannten Kulturförderern genau auf die Finger schauen, ob sie die den Schweizer Leserinnen und Lesern gemachten Versprechen nun auch tatsächlich einlösen werden.»