Newsletter 24/2018 vom 14. Juni 2018

Wenn Sie sich einmal wieder nach Anerkennung und Applaus sehnen, promovieren Sie am besten rasch in Soziologie, publizieren Sie über die Gefahren der Digitalisierung und lassen sich dann als Sprecher bei den "Buchtagen Berlin" einladen. Der Applaus vor diesem analog-affinen Publikum mit einem Vortrag zum Thema "Die smarte Diktatur – Der Angriff auf unsere Freiheit" ist Ihnen Gewiss. Der smarte Professor Welzer jedenfalls konnte begeistern, wenn er das unreflektierte Wohlfahrtsversprechen digitaler Erfindungen in Frage stellte, die in seinen Augen primär Energiefresser sind. – Alle, die nicht an den Buchtagen teilnehmen konnten, können die Thesen im Buch mit dem gleichnamigen Titel aus dem S. Fischer Verlag (2016) nachlesen.  


Inhalt

1.   Nagel & Kimche Verlag Streit mit Eigentümer: Dirk Vaihinger scheidet aus
2.   NZZ Libro wandert unter das Dach der Verlagshaus Schwabe AG
3.   Buchtage Berlin - Käuferstudie Sehnsucht nach Buch ungebrochen, aber Sichtbarkeit verloren
4.   Schönste Deutsche Bücher Sechs Schweizer Titel ausgezeichnet
5.   3 Fragen an ... Thomas Kramer
6.   Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für Aleida und Jan Assmann
7.   Westschweizer Verband ASDEL Caroline Coutau wird neue Präsidentin
8.   SBVV-Kurse für Kurzentschlossene
9.   Gemischtes Personalia, Praxis und Politik
10.   Melden Sie uns ihre Novitäten Herbstprogramm 2018
11.   Schweizer Buchhandel Heute erscheint das neue Heft
12.   Bücher in den Medien

 

1.  Nagel & Kimche Verlag Streit mit Eigentümer: Dirk Vaihinger scheidet aus

Der Leiter des Verlags Nagel & Kimche, Dirk Vaihinger, verlässt das Zürcher Unternehmen ab sofort. Vaihinger führte die Geschicke des Verlages seit 18 Jahren. Zu Beginn des Jahres trennte sich der Carl Hanser Verlag, München, von Nagel & Kimche. Neuer Eigentümer wurde Oliver Kneidel mit seiner MG Medien Verlags GmbH, die vorwiegend im Magazingeschäft in Deutschland arbeitet. Aktuell ist die wichtigste Frage, wie es mit den Autoren und dem Personal weitergeht. In Zürich arbeiten für Nagel & Kimche aktuell: Christina Müller, die sich um den Vertrieb in der Schweiz kümmert – bisher auch für den Hanser Verlag – Elke Ritzelmayr als Assistenz der Geschäftsführung, Cristine Huck, die die Presse betreut und eine Teilzeitstelle für Lizenzen. Dirk Vaihinger kann und will sich nicht zu den aktuellen Entwicklungen äussern, Eigentümer Oliver Kneidl haben wir bisher nicht erreicht. Nach Auskunft des SBH steht für heute Nachmittag das erste grosse Gespräch des Teams mit dem Eigentümer an. Im "Tages-Anzeiger" ist zu lesen, dass der Verlag und Mitarbeiter in Zürich bleiben sollen. Im Moment kümmern sich diese "so gut es geht" um das Herbstprogramm 2018.



Offen ist auch, ob Kneidl den Verlag künftig selbst führen will, einen neuen Geschäftsführer / Programmleiter sucht oder an einem erneuten Verkauf interessiert ist. In der "BAZ" wird Kneidl damit zitiert einen neuen Verlagsleiter zu suchen, "der sich aber nicht aus dem Hut zaubern lasse". Dodo Binder, die langjährige Mitarbeitern Vaihingers schreibt: "Nach achtzehn Jahren Herzblut und Engagement für Literatur und Autoren ist wieder eine Ära eines passionierten Verlegers zu Ende" und spricht damit wahrscheinlich vielen aus der Branche aus dem Herzen. 



Vor wenigen Wochen erhielt Nagel & Kimche vom Schweizer Buchhandel noch die Auszeichnung zum Verlag des Jahres 2018. Der Verlag besteht seit 1983 und verlegt die Werke u.a. von Milena Moser, Charles Lewinsky, Eveline Hasler, die von Peter von Matt herausgegebene Kollektion, die Debüts von Flurin Jecker und Frédéric Zwicker, ausserdem Übersetzungen u.a. von Castle Freeman, Miika Nousiainen, Eduardo Mendoza und einige Sachbuchtitel.







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