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Schweizer Vorlesetag

 

Preis des «Schweizer Buchhandels» – die Nominierten 2018

Das sind die diesjährigen Kandidaten für die Wahl "Buchhandlung und Verlag des Jahres 2018", zusammen mit den kurzen Begründungen der Jury für die Nomination.

Jetzt sind Sie an der Reihe: Wählen Sie online Ihre Favoriten. Die Abstimmung läuft bis Sonntag, 6. Mai 2018 und ist für alle offen (auch Nicht-Mitglieder, Kunden, Leser). Die Gewinner werden an der GV des SBVV am 14. Mai 2018 in Bern bekannt gegeben.

Hier geht es direkt zur Abstimmung

Als Buchhandlung des Jahres 2018 sind nominiert:

Buchhandlung Bellini, Stäfa
Sandra Bellini hat im November 2016 drei mutige Schritt gewagt – Den Gang in die Selbständigkeit, die Entscheidung, für Stäfa die ehemalige Buchhandlung Kupper vor Ort zu sichern und die Idee, es selbst und mit eigenem Konzept zu versuchen. Nun gibt es die Buchhandlung Bellini seit über einem Jahr und sie ist für jeden Besucher eine Freude. Das helle Holz, die Sortiments-Aufteilung in verschiedenen Räumen, rollbare Präsentationstische und bodentiefe Regale bieten die optimale Präsentationsfläche für die schöne Auswahl an Belletristik, Reiseliteratur, Kinder- und Sachbüchern, Papeterie und Geschenk-Büchern. Das vierköpfige Frauenteam scheint dagegen aber nicht minder hell: Immer wieder überraschen sie mit witzigen Marketing-Ideen von Fotoaktionen über Geschenk-Abos bis hin zum Kids-Bücherclub. Die Veranstaltungen rund ums Buch und der alte Holztisch mit Kaffee-Ecke sind immer gut besucht. Bestimmt auch durch ihre freundliche Art hat es das Team um Sandra Bellini geschafft, in Ort und Umgebung voll angenommen zu werden.

Chinderbuechlade Bern
Er ist einer der wenigen spezialisierten Buchläden in der Schweiz: Der Chinderbuechlade von Ruth Baeriswyl in Bern. Das Ladengeschäft mit der grossartigen Adresse „Gerechtigkeitsgasse 26“ ist typisch für die Berner Altstadt, und wirkt schon durch die verschiedenen Ebenen, Winkel und Treppen gemütlich. Dazu kommt die schöne Gestaltung von Ruth Baeriswyl und ihrem Team. Zur Zeit kann sich der Laden sogar ein Familienunternehmen nennen, wirkt doch die Tochter Nora Ryser aushilfsweise mit. Das passt so wunderbar, weil auch der Laden nicht allein die Kinder ansprechen will, sondern die ganze Familie. Ausgewählte Belletristik-Titel liegen für Eltern, Göttis und Grosseltern immer an der Kasse griffbereit. Und bei aller Heimeligkeit wirkt der Laden keineswegs antiquiert: Das Team ist Neuem gegenüber aufgeschlossen, betreibt beispielsweise eine aktive Facebook-Seite oder produziert kleine Leseempfehlungs-Videos. Zudem engagiert sich der Chinderbuechlade stark für die Leseförderung, u.a. mit der Aktion „Lesen im Fenster“: Kinder können ein Buch ihrer Wahl im Schaufenster des Ladens lesen und es später kostenfrei mit nach Hause nehmen. Den Lesenachwuchs zu fördern – das alleine hat schon einen Preis verdient.

Buechlade Martina Küng, Hochdorf
Vor drei Jahren gab es im Schweizer Buchhandel ein Portrait über Martina Küngs Buechlade in Hochdorf. Eigentlich war es ein Portrait über Martina Küng selbst, denn diese engagierte Buchhändlerin betreibt ihre Buchhandlung als “Ein-Frau-Unternehmen”. Das an sich erfordert schon ein aussergewöhnliches Engagement; zudem berichten die Vertreter, die sie regelmässig besuchen, dass die junge Frau keineswegs gestresst, sondern immer fröhlich, engagiert und extrem hilfsbereit ist. Ihr Bücherparadies hat sie im alten Ladengeschäft ihres Onkels, einem Blumenladen, eingerichtet. Die ungewöhnliche Immobilie birgt neben den schönen Holzbalken eine weitere Besonderheit: im Obergeschoss des Ladens gibt es ein Lese-Wohnung, die für Veranstaltungen genutzt werden kann. Oft enden diese dann mit einem Apéro im Ladenlokal. Das Engagement der jungen Frau kommt an – die Buchhandlung wird im Ort gut angenommen. Auch weil die 28-Jährige ihr Sortiment auf das Hochdorfer Publikum angepasst hat: So findet sich beispielsweise eine Auswahl hochwertiger Kinderspielzeuge in ihrem Laden. “Energieleistung” war eine der schönen Begründungen der Jury, warum diese 60-Quadratmeter grosse Buchhandlung unsere Auszeichnung verdient.


Als Verlag des Jahres 2018 sind nominiert:

©Nagel&Kimche

Nagel & Kimche, Zürich
Endlich! – denkt wahrscheinlich jeder Leser, wenn er von der Nomination von Nagel & Kimche liest. Auch die Jury konnte nicht fassen, dass dieser grossartige Verlag in den acht Jahren seit Bestehen des Preises nicht einmal nominiert war. Nun, das hat damit zu tun, dass sein Verleger Dirk Vaihinger lange im Zentralvorstand des Verbandes aktiv war und somit von einer Nomination abgesehen wurde. Mit neun Titeln pro Programm weist der Belletristik-Verlag ein unglaubliches Gespür für internationale und Schweizer Entdeckungen und geistreiche Unterhaltung aus. Es verwundert nicht, dass Castle Freeman mit dem Titel „Der Klügere lädt nach“ als Lieblingsbuch des Buchhandels nominiert war, oder der Debütant Flurin Jecker mit „Lanz“ durch die Festivals und Zeitungen des Landes tourt. Und seit Jahren nennen Eveline Hasler, Milena Moser oder Charles Lewinsky Nagel & Kimche ihre Heimat, genauso wie eine Gesamtausgabe von Hermann Burger. Der musikalische Verlagsleiter, der gern mal mit Ukulele oder Alphorn zur Unterhaltung beiträgt, und sein junges Team begeistern dabei alle: „Mit Ihnen kann man wunderbar zusammenarbeiten“, so die Jury. Seit 2017 hat der Verlag nun auch noch einen neuen deutschen Eigentümer und auch diese Umstellung wird er sicher gut meistern.

©Daniel Gerber

Lars Müller Publishers, Zürich
In internationalen Wettbewerben liegt die Schweiz seit jeher ganz weit vorne, wenn es um Design und Gestaltung geht. Und unter den vielen guten Design- und Kunstverlagen der Schweiz sticht einer immer wieder heraus: Lars Müller Publishers. Kaum ein Wettbewerb, in dem er nicht nominiert ist oder Preise abräumt. Die Publikationen reichen von „Der Geschichte der Wurst“ über Titel von Jasper Morrison bis hin zu Architektur-Monografien. Wie der Name des Unternehmens schon verrät, hängt der Erfolg eng mit der Person des Verlagsgründers und -eigentümers zusammen: „In Asien ist er ein richtiger Star“ sagt ein Kollege neidlos über Lars Müller, der aus Norwegen in die Schweiz gekommen ist und hier 1983 seinen Verlag für „Architektur, Kunst, Design, Fotografie und Soziales“ gegründet hat; erst in Baden, nun in Zürich. Kaum ein junger Designer, bei dem nicht die Hommage an die Schrift „Helvetica“ steht, der nicht schon mal in den „Poemotions“ des Japaners Takahiro Kurashima geblättert hat. Lars Müller scheint dabei selbst jung geblieben zu sein, zeigt er sich doch offen für neue Formate, wie einen Pop-Up Store in Mailand oder vielfältige Kooperationen mit internatinoalen Autoren, Hochschulen und Museen. Darüber hinaus beweist er kontinuierlich Weitblick – im wahrsten Sinne, verkaufen sich seine Bücher doch zu fast 100 Prozent auch international. Dabei bleibt er seinem ursprünglichen Motto treu, die Schweiz in die Welt und die Welt in die Schweiz zu tragen.

©Die Brotsuppe

Verlag die Brotsuppe, Biel
Sie ist sehr bescheiden und zurückhaltend, dabei ist sie eine der lustigsten Gesprächspartnerinnen der Schweizer Branche. Die Rede ist von der eigenwilligen Ein-Frau-Unternehmerin Ursi Aeschbacher, die vom Rande der Deutschschweiz aus ihren Verlag „Die Brotsuppe“ betreibt. Der Verlags-Name geht zurück auf den Film Babettes Fest, in dem die genannte einfache Speise ein ganzes Dorf ernährt. Auch Aeschbachers Titel, erzählende Literatur von verstorbenen und aktuellen Schweizer Autorinnen und Autoren, nähren den Geist. Speziell hervorzuheben sind Aeschbachers Verdienste für Übersetzungen hierzulande kaum bekannter französischsprachiger Autoren. Zuletzt hat sie mit Noemi Lerchs „Die Pürin“ wieder ein gutes Gespür für eine Schweizer Debütantin bewiesen. Ein weiterer Preis würde sich gut in das Regal der Verlegerin in Biel einreihen, weil er sichtbar macht, was sonst zu kurz kommt und wofür Ursi Aeschbacher selbst in SBVV und bei SWIPS immer wieder kämpft: dass die Leistung der kleinen, unabhängigen Verlage anerkannt und honoriert wird.

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Das Auswahl- und Abstimmungsprozedere

Die Jury 2018 ...

  • Leoni Schwendimann (Buchhandlung zur Rose, St. Gallen)
  • Gabriele Schmidt (Verlagsvertreterin, S. Fischer)
  • Raphaela Sabel (Redakion, Schweizer Buchhandel)
  • Matthias Haupt (Haupt Verlag)
  • Philippe Jauch (Vertreter, BZ)
  • Dani Landolf (Beisitz, Geschäftsführer SBVV)

... wählte aus den eingereichten Vorschlägen je drei Buchhandlungen und Verlage aus, für welche nun auf der Webseite sbvv.ch online abgestimmt werden kann.