Anerkennung für Buchhandel und Geld für Verlagsförderung

Das ist ein Meilenstein in der Schweizer Verlagsgeschichte: Der Nationalrat hat am Dienstag, 2. Juni 2015, der Kulturbotschaft deutlich zugestimmt. Da auch der Ständerat bereits Ja gesagt hat zur Vorlage ist die Kulturbotschaft 2016-2020 unter Dach und Fach.

Damit sind sämtliche vom Bundesrat und dem Amt für Kultur (BAK) auf den Weg gebrachten neuen Massnahmen im Bereich der Buch-, Literatur- und Leseförderung für die nächsten fünf Jahre gesichert, darunter die strukturelle Verlagsförderung mit einem jährlichen Betrag von knapp zwei Millionen Franken sowie zusätzliche Mittel für die Übersetzungs- und Leseförderung als auch für Buch-Promotionsmassnahmen von Pro Helvetia.

Für die Schweizer Verlage bedeutet die Annahme der Kulturbotschaft etwas Sauerstoff-Zufuhr für die kommenden Jahre, auch wenn damit die Folgen des Franken-Schocks vom 15. Januar 2015 nicht kompensiert werden.

Im Januar 2016 ist die entsprechende Verordnung für die Verlagsförderung in Kraft gesetzt worden.


 

Stellungnahme des SBVV zur Vernehmlassung der Kulturbotschaft (Herbst 2014)

Der SBVV begrüsst es sehr, dass im Entwurf zur Kulturbotschaft 2016-2019 finanzielle Mittel für eine strukturelle Verlagsförderung vorgesehen sind. Auch wenn die knapp zwei Millionen Franken pro Jahr sehr knapp bemessen sind, wäre die Implementierung einer Verlagsförderung ein Meilenstein in der Schweizer Buchpolitik. Um das Instrument sinnvoll umzusetzen, fordert der SBVV, dass in der Kulturbotschaft einige Grundbedingungen festzuhalten sind:

a) Der kulturelle Wert der Schweizer Verlagslandschaft besteht in deren Vielfalt. In eine Verlagsförderung müssen sämtliche kulturrelevanten Genres einbezogen werden, also Belletristik, Sachbuch (bspw. Geschichte, Architektur) Essay, Kinder- und Jugendbuch, Comics und Graphic Novels. Eine Beschränkung auf belletristische Verlage ist so unsinnig, als würden im Audiovisionsbereich nur Spiel-, aber keine Dokumentar- oder Animationsfilme unterstützt werden.

b) Ziel muss die Förderung/Ermöglichung von professionellen Strukturen anhand klar nachvollziehbarer, wirtschaftlich sinnvoller und transparenter Kriterien sein. Mit einzubeziehen ist u.a. auch der Exportanteil – mit dem Ziel, diesen zu fördern.

Die detaillierte Stellungnahme - auch zu andern Themen der Kulturbotschaft, welche die Buchbranche betreffen - finden sie hier.