Schweizer Buchhändler-
und Verleger-Verband

Vernehmlassungsantwort des SBVV

Kulturbotschaft 2021–2024

Der SBVV beurteilt die Umsetzung der Kulturbotschaft 2016–2020 als gelungen. Er erachtet es deshalb als sinnvoll, auf Fortsetzung und Kontinuität zu setzen und wo nötig nachzubessern. Die vollständige Vernehmlassungsantwort des SBVV finden Sie hier.

Die wichtigsten zwei Forderungen des SBVV im Bereich Literatur sind die folgenden:

  1. Fortsetzung der erfolgreichen Verlagsförderung: Diese unterstützt und honoriert die wichtige kulturelle Rolle und Arbeit der Buchverlage in diesem Land. Das Fördermodell mit dem Ziel, professionelle Strukturen anhand klar nachvollziehbarer, wirtschaftlich sinnvoller und transparenter Kriterien zu vergeben, ist ein international beachtetes Beispiel zeitgemässer Förderpolitik. Das System hat sich sehr bewährt und leistet einen wichtigen Beitrag, die vielfältige Verlagslandschaft in der Schweiz und damit die kulturelle Vielfalt zu stützen und zu fördern. Dazu gehört, dass die fein austarierte Fördermechanik beibehalten wird und auch weiterhin sämtliche kulturrelevanten Literatur-Genres einbezogen werden.

    Zum Finanzbedarf: Der SBVV fordert, die in der Kulturbotschaft 2021–2024 vorgesehenen Finanzmittel für die Verlagsförderung von eine Erhöhung der dafür vorgesehenen Finanzmittel von jährlich 1.9 Millionen Franken um 350‘000 Franken pro Jahr aufzustocken.
     
  2. Prämien für die Vermittlungs- und Promotionsleistungen des Buchhandels: Der Buchhandel erbringt – gerade für die vielen Schweizer Verlage und Schweizer Autorinnen und Autoren – eine entscheidende Leistung, indem er Bücher von lokaler, regionaler oder nationaler Bedeutung dem Publikum auf unterschiedliche Arten nahebringt – sei dies zunächst einmal dadurch, die Bücher im Sortiment zu haben und auszustellen, durch Veranstaltungen, Empfehlungslisten und viele Aktivitäten mehr. Es ist der Buchhandel, der für die Endprodukte der Autoren-, Übersetzungs- und Verlagsförderung den Kontakt zum Leser und zur Leserin herstellt. Gut sortierte Buchhandlungen sind die «Spielstätten» des Buchsektors und in der Summe neben den Bibliotheken die wichtigsten Vermittler. Der SBVV fordert deshalb, mit einem Fördermodell die wichtigen kulturpolitischen Leistungen von Schweizer Buchhandlungen in der Vermittlung und Promotion zu unterstützen. Damit würde nach der Autoren/Übersetzungs- und der Verlagsförderung  das letzte Drittel der Förderkette geschlossen.

Der SBVV hat dafür ein Modell entwickelt, das sich an die Grundsätze der strukturellen Verlagsförderung und das Modell der Buchhandelsförderung im Kanton Genf anlehnt (siehe dazu Beitrag im Branchenmagazin «Schweizer Buchhandel» vom Juli 2019). Wie bei der Verlagsförderung sollen die Kriterien transparent sein, sich an professionellen Standards orientieren, die Entscheide sollen nachvollziehbar, die Vergaben mehrjährig und damit planbar sein.

Zum Finanzbedarf: Der SBVV geht von rund 140 Buchhandlungen in der Deutschschweiz, 30 in der Romandie und unter 10 Buchhandlungen im Tessin aus, welche sowohl die professionellen Einstiegs-Kriterien erfüllen als auch entsprechende Vermittlungsleistungen erbringen. Multipliziert mit einem Prämien-Mittel von 7500 Franken ergibt sich daraus ein Finanzbedarf von rund 1,35 Millionen Franken. Rechnet man die Administrationskosten sowie eine kleine Reserve dazu, würde die Vermittlungs- und Promotions-Prämie für den Buchhandel 1,5 Millionen Franken pro Jahr kosten. Sinnvollerweise würde der dafür vorgesehene Betrag bei Pro Helvetia eingestellt, wo auch andere Promotionsmassnahmen für Literatur angesiedelt sind.

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