Schweizer Buchhändler-
und Verleger-Verband

Verlag und Buchhandlung des Jahres

Wir gratulieren der Buchhandlung "Doppelpunkt" aus Uster und dem "Rotpunktverlag" aus Zürich!

Mit dem Preis des Schweizer Buchhandels für «den Verlag und die Buchhandlung des Jahres» sind am Montag, 3. Juni 2019 im Volkshaus in Zürich der «Rotpunktverlag» (Zürich) sowie die Buchhandlung «Doppelpunkt» aus Uster ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit je 5000 Franken dotiert, gestiftet vom Schweizer Buchzentrum. Die Buchhandlung aus Uster und der Zürcher Verlag sind als Sieger der Abstimmung unter je drei nominierten Betrieben hervorgegangen. Gewählt haben Leserinnen und Leser des Branchenmagazins «Schweizer Buchhandel» sowie Unterstützerinnen, Kundinnen und Kunden der Nominierten. Die Teilnehmerzahl bei der Abstimmung hat alle Erwartungen übertroffen: mit über 5'400 Personen erzielten wir im zehnten Jahr des Preises erneut einen Abstimmungsrekord.

Die Expertenjury – zusammengesetzt aus Verlagsvertretern, den Siegern des Vorjahres und der Redaktion des «Schweizer Buchhandels» – nominierte neben der Buchhandlung «Doppelpunkt» auch die Buchhandlungen «Mattmann» (Zofingen) sowie den «Buchsalon im Kosmos» (Zürich). Alle drei überzeugen mit ausgewähltem Sortiment, eigenständigen Ladenkonzepten und überraschenden Marketing-Ideen. Die aus der Abstimmung als Siegerin hervorgegangene Buchhandlung «Doppelpunkt» würdigte die Jury als «die perfekte Mischung aus klassisch und charmant. Die Buchhandlung mit grosstädtischem Charme ist in Uster ein Treffpunkt für geistigen wie sozialen Austausch.»

Bei den Verlagen standen ebenfalls drei Kandidaten zur Auswahl. Sie sind mit ihren spezifischen und sorgfältig gemachten Programmen aufgefallen. Nominiert waren neben dem «Rotpunktverlag» auch der Verlag «Cosmos» (Bern) sowie der Verlag «Helvetiq» (Basel und Lausanne). – Der aus der Abstimmung als Gewinner hervorgegangene «Rotpunkt»-Verlag um Daniela Koch, Sarah Wendle und Patrizia Grab hat gemäss Jury «in den letzten Jahren beibehalten, was den Verlag schon immer ausgezeichnet hat: ein anspruchsvolles Programm, das den Bogen von der Schweiz in die Welt spannt. Gleichzeitig geben sie ihm aber mit aktuellen Themen und auch jüngeren Autorinnen eine neue Prägung».

Der Preis des Schweizer Buchhandels ist dieses Jahr zum zehnten Mal vergeben worden.
Der Preis würdigt herausragende fachliche Leistungen und will in- und ausserhalb der Buch- branche zeigen, dass auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit viel Engagement, Kreativität und Beharrlichkeit erfolgreich gearbeitet werden kann. 

Der Gewinnerverlag und die Gewinnerbuchhandlung des Jahres. Von links nach rechts: Lena Renold, Sabrina Zimmermann, Anke Schindler, Sarah Wendle, Daniela Koch und Eliane Andreoli vom Rotpunktverlag, dann folgen Andrea Kalt und
Barbara Maurer von der Buchhandlung Doppelpunkt in Uster und ganz rechts schliesst Patrizia Grab, ebenfalls vom Rotpunktverlag, die Reihe der glücklichen Damen ab. Foto: Raisa Durandi.


Als Buchhandlung des Jahres 2019 waren nominiert:

Buchhandlung Doppelpunkt, Uster
Testleser und Konzerte

Doppelpunkt 2016 wagten Barbara Maurer und Andrea Kalt gemeinsam den Sprung in die Selbständigkeit. Uster, seit der Schliessung der Buchshopping-Filiale 2012 ein weisser Fleck auf der Branchenkarte, hatte wieder eine Buchhandlung – und was für eine schöne! Der «Doppelpunkt» ist für viele in Uster ein Ausrufezeichen – denn den Wunsch nach einer örtlichen Buchhandlung hegten viele Bewohner. Maurer ist seit Jahren in Uster sesshaft und vernetzt. So verwundert es nicht, dass lesende Unstermerinnen und Ustermer bald den Weg in den «Doppelpunkt» fanden, wo «Gemeinsam» und «Vielfalt» gross geschrieben werden: Testlesende Teenager dürfen bei der Auswahl des Jugendbuch-Programms mitreden und Kundenwünschen, die Maurer und Kalt nicht kennen, gehen sie immer nach – manchmal entwickeln sich daraus regelrechte Doppelpunkt-Bestseller. Grossen Wert legen die beiden Buchhändlerinnen auf ihr handverlesenes Sortiment, so führen sie auch ältere Lieblingstitel am Lager, die sie begeistert empfehlen können. Und auch im örtlichen Veranstaltungsleben ist die Buchhandlung fest verankert, nicht nur als Vorverkaufsstelle für das örtliche Kino und Veranstaltungen der Kulturgemeinschaft, sondern auch als charmanter Veranstaltungsort – und das nicht nur für Autoren, sondern auch für Ausstellungen, Performances und Konzerte.
(Foto: Andrea Kalt und Barbara Maurer / ©zVg.)


Buchsalon Kosmos, Zürich
Themenwolken im Bücherkosmos

Kosmos«Hier wird der Wein gelesen und das Buch getrunken», sagt das «Kosmos» über sich selbst – und es stimmt. In keiner anderen Buchhandlung Zürichs ist die Kaffeehaus-Atmosphäre so deutlich spürbar wie im «Kosmos». Der Buchsalon ist Teil des 2016 gegründeten Kultur-«kosmos», im Keller sechs Kinosäle, ein Bistro mit Bühne im Erdgeschoss und über allem thronend die Buchhandlung mit Café im ersten Stock. An sieben Tag in der Woche sind Monika Michel, Sophie Reding-Spillmann, Céline Kaiser und Nicole Hauri da. Zwischen rollbaren Bücherinseln, hoch frequentierten Arbeitstischen, Fauteuils und Hockern tummeln sich zu jeder Tageszeit Kunden in den lichtdurchfluteten Räumen. Das liegt, neben der ansprechenden Präsentation, vor allem an dem vielseitigen und klug kombinierten Programm. Auf den wie Wölkchen geformten Tischen mischen sich, nach breit gefächertenThemen sortiert, Neuerscheinungen mit älteren Titeln. Monika Michel hat vor Jahren die Buchhandlung «Sphères» aufgebaut und ist nun mit dem Buchsalon im Kosmos noch einen Schritt weiter gegangen auf dem Feld des innovativen und kundennahen Buchmarketings.
(Foto: Das Kleeblatt aus dem Bücherkosmos / ©zVg.)


Buchhandlung Mattmann, Zofingen
Hotties im Fenster

Mattmann2017 hat Corina Friderich (24) die Buchhandlung Mattmann in Zofingen übernommen und führt sie seitdem gemeinsam mit Jana Fäs. Die beiden jungen Frauen haben sich während ihrer Lehre kennengelernt - und zwar in ebendieser Buchhandlung, unter dem Vorbesitzer Claudius Mattmann. Dass ihr Traum, irgendwann die «Buchhandlung am Kirchplatz» zu übernehmen, wahr wurde, ist für Zofingen ein echtes Geschenk. Gemeinsam mit Cheryl Marti, der dritten im Bunde, sind sie «die junge, hippe Buchhandlung» - und hipp ist hier zu übersetzen mit: absolut unvergleichlich. Die freundliche und inspirierende Atmosphäre beginnt schon vor der Tür, wo man in der Sonne sitzen und Kaffee trinken kann - direkt vor dem ausgefallensten Schaufenster der ganzen Stadt. Mit Witz, Kreativität und viel Aufwand gestaltet das Team die zauberschönen Auslagen der Buchhandlung. Fotos davon lassen die Zahl der Instagram-Follower kräftig steigen. Im Inneren laden zahlreiche Sofas und Sessel zu intensivem Lesen ein, auf einem antiken Klavier werden Novitäten ausgestellt, Kronleuchter setzen die sorgfältig ausgewählten Bücher in Szene. Die Buchhandlung Mattmann ist ein Ort, wo sich sowohl neue Kunden willkommen fühlen als auch die seit Jahrzehnten treue Stammkundschaft zu Hause ist - ein Ort, dem keine Buchliebhaberin widerstehen kann.
(Foto: Cheryl Marti, Corina Friedrich und Jana Fäs / ©zVg.)



Als Verlag des Jahres 2019 waren nominiert:

Cosmos, Bern
Mehr als Mundart

CosmosSeit über 30 Jahren setzt sich der «Cosmos Verlag Bern» für die schriftliche Dokumentation und Förderung der Schweizer Mundart ein. Es fallen einem Namen wie Ernst Burren, Christian Schmid und natürlich Pedro Lenz ein. Massgeblich verantwortlich für diese Erfolge zeichnet Roland Schärer, der Programmleiter Belletristik bei «Cosmos». «Er war eigentlich der erste, der auf die Idee gekommen ist, gesprochene Mundart auf Papier zu bringen und damit ihre Bedeutung immens zu stärken», sagt die Jury. Ganz wichtig ist für Schärer selbst aber zu betonen, dass die Erfolge seines kleinen Programms, mit vier bis fünf Titeln pro Jahr, dem Gesamtunternehmen «Cosmos» zu verdanken sind. Der Fachbuchbereich des Unternehmens (Themenschwerpunkte sind Steuern, Recht und Wirtschaft) bildet das Rückgrat des bald 100 Jahre alten Familienunternehmens. Höchste Zeit, diesen vielseitigen Verlag besser kennen zu lernen, der neben fast schon identitätsstiftenden Romanen wie «Di schöni Fanny» eben auch im Bereich Fachmedien sehr innovativ ist. «Cosmos»-Geschäftsführer Marc Aeberli und das gesamte «Cosmos»-Team freuen sich sehr über die Nomination.
(Foto: Ein Grossteil des «Cosmos»-Teams / ©zVg)


Helvetiq, Basel und Lausanne
Spielerisches Arbeiten

HelvetiqZehn Jahre gibt es den Spiel- und Buchverlag «Helvetiq» schon, aber erst in letzter Zeit ist er in den Fokus unserer Branche gerückt. Zuletzt auf der Kinderbuchmesse in Bologna oder beim Pressesalon in Berlin konnten Hadi Barkat und sein Team mit den Bilderbüchern «Frida Vogelnest» oder «Hannas Hosentasche» überzeugen. Der Handel kennt den Verlag sicher über den Bestseller «Bierwandern Schweiz» oder über das Schweiz-Quiz «Helvetiq», das sich hierzulande bereits über 35’000 Mal verkauft hat. Und es überrascht wenig, dass ein Spiel die Grundlage dieses Unternehmens bildet, denn das Spielerische steht immer Fokus. Das Team ist sehr jung, bunt und offen für neue Ideen und zieht auch immer wieder Inspiration aus anderen Branchen und Kulturkreisen: Die «Helvetiq»-Mitarbeiter kommen aus Algerien, Polen, Deutschland, Frankreich und der Schweiz. «Originell und unkonventionell», das sagt die Jury über den Verlag und über seinen charismatischen Gründer Barkat: «Er macht, was ihm selbst gefällt und dabei kommt Erstaunliches heraus.» Die gute Laune bei der Arbeit springt auf Kunden, Leser und Dienstleister über. Vielleicht sollte in allen Verlagsräumen der Schweiz eine Schaukel hängen.
(Foto: Jung und international, so ist das Team von «Helvetiq» / ©Dirk Wetzel)


Rotpunkt, Zürich
Frauen Power

RotpunktAls «Rotpunkt» vor knapp zehn Jahren schon einmal den Hauptpreis als «Verlag des Jahres» errungen hat, wurde der Verlag noch von einer anderen Generation geführt. Die gelungene Übergabe an die drei Power-Ladies Daniela Koch, Erfinderin des neugegründetes Belletristik-Labels «Edition Blau», Sarah Wendle, verantwortlich für das Reise- und Sachbuch, und Patrizia Grab, die den Rotpunkt-Büchern das schöne äussere Erscheinungsbild verleiht, will die Jury mit der Nomination ehren. «Sie behalten bei, was den Verlag schon immer ausgezeichnet hat: ein anspruchsvolles Programm, des den Bogen von der Schweiz in die Welt spannt. Mit aktuellen Themen und (auch jüngeren) Autorinnen geben sie ihm aber eine neue Prägung», begründet die Jury ihre Nominierung. Neuerungen machen sich auch im laufenden Betrieb bemerkbar: So war «Rotpunkt» einer der ersten Verlage, der Crowdfunding zur Vorfinanzierung von einzelnen Titeln genutzt hat. Und gerade im letzten Jahr konnten die sieben Mitarbeiter von der Bäckeranlage in Zürich mit Vincenzo Todisco einen Überraschungskandidaten für den «Schweizer Buchpreis» etablieren. Die Aktionäre bleiben ihnen treu – die Jury auch.
(Foto: Das «Rotpunkt»-Team, ganz rechts Daniela Koch und Sarah Wendle / ©Ursula Markus)


» Die Abstimmung ist beendet!

Die Jury bestand in diesem Jahr aus dem Gewinnerverlag des Vorjahres (Patricia Reimann, Nagel & Kimche) sowie Philippe Jauch (Verlags­vertreter BZ), dem freien Verlagsvertreter Mattias Ferroni und Raphaela Sabel vom «Schweizer Buchhandel». Nicht dabei sein konnte in diesem Jahr die Gewinnerbuchhandlung des Vorjahres (Ruth Baeriswyl, Chinderbuechlade Bern).

Die Gewinner werden an der GV des SBVV im Volkshaus in Zürich am 3. Juni bekannt gegeben.

Die Liste mit allen Nominierten und Gewinnern ab 2010 finden Sie hier.

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