Menschen fürs Lesen gewinnen
Freitag, 12. März 2027
Buchhändler:innen und Mitarbeitende im Buchhandel, die Leseförderung und Literaturvermittlung im eigenen Umfeld weiterentwickeln, neue Zielgruppen erreichen und Kooperationen gezielt aufbauen oder bestehende Partnerschaften weiterentwickeln möchten. Zudem richtet sich der Kurs an weitere Fachpersonen aus der Buch- und Literaturbranche, die in den Bereichen Leseförderung, Literaturvermittlung und Kooperationen tätig sind.
Buchhandlungen sind wichtige Orte für Bücher, Literatur und Begegnung. Kooperationen mit Schulen, Kitas, Bibliotheken, Gemeinden, sozialen Einrichtungen, Unternehmen, Vereinen oder weiteren lokalen Partnern können neue Zugänge zum Lesen schaffen und Menschen erreichen, die bislang kaum oder gar nicht mit den Angeboten einer Buchhandlung in Berührung kommen. Wie findet man Partner, die zur eigenen Buchhandlung und zum jeweiligen Vorhaben passen? Was macht eine gute Kooperation aus? Und wie wird aus einer gemeinsamen Aktion eine Zusammenarbeit, von der alle Beteiligten profitieren und die möglichst längerfristig Wirkung entfalten kann?
In diesem praxisorientierten Kurstag zeigt Annette Boll anhand konkreter Beispiele aus Buchhandel und Leseförderung aus der Schweiz und Deutschland, wie Kooperationen entstehen, welche unterschiedlichen Ressourcen und Kompetenzen Partner einbringen können und worauf es bei der gemeinsamen Entwicklung von Angeboten ankommt. Die Teilnehmenden nehmen dabei auch die eigene Buchhandlung in den Blick: Wen erreichen wir bereits – und wen noch nicht? Welche Zugänge könnten neue Zielgruppen eröffnen? Und welche Partner könnten dabei unterstützen?
- Kooperationen als Chance für Leseförderung und Buchhandel
- Zielgruppen erkennen und neue Zugänge zum Lesen entwickeln
- Passende Netzwerk- und Kooperationspartner im eigenen Umfeld identifizieren
- Interessen, Ressourcen, Rollen und gegenseitigen Nutzen klären
- Praxisbeispiele gelungener Kooperationen aus der Schweiz und Deutschland
- Eigene Kooperationsideen entwickeln oder bestehende Partnerschaften weiterdenken
- Praxisnahe Übungen, Erfahrungsaustausch und konkrete nächste Schritte
Wir haben Kursleiterin Annette Boll drei Fragen zum Kurs gestellt.
-Was können die Teilnehmenden am Kurstag erwarten?
Viele Praxisbeispiele, kurze fachliche Inputs und vor allem die Möglichkeit, die eigene Situation in den Blick zu nehmen. Wir schauen nicht nur darauf, welche Kooperationen grundsätzlich möglich sind, sondern fragen: Wen möchten wir erreichen? Welche Zugänge funktionieren für diese Menschen? Und welche Partner bringen dafür die passenden Kontakte, Erfahrungen oder Kompetenzen mit? Die Teilnehmenden arbeiten an eigenen Ideen und sollen mit konkreten nächsten Schritten für ihre Buchhandlung nach Hause gehen.
-Warum sind Kooperationen für Leseförderung und Buchhandlungen so wichtig?
Leseförderung gelingt selten im Alleingang. Unterschiedliche Partner erreichen unterschiedliche Menschen und bringen Wissen, Kontakte oder besondere Kompetenzen mit. Eine gute Kooperation verbindet diese Stärken. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viele Partner zu haben, sondern gemeinsam etwas zu ermöglichen, das die Beteiligten allein so nicht erreichen würden. Für Buchhandlungen können dadurch neue Kontakte und Zielgruppen entstehen – und zugleich die Möglichkeit, sich vor Ort noch stärker als aktiver Ort für Lesen und Literatur zu positionieren.
-Was ist dir bei Kooperationen besonders wichtig?
Dass sie nicht bei einem gemeinsamen Logo auf einem Flyer stehen bleiben. Gute Kooperationen beginnen für mich mit einer gemeinsamen Frage: Was möchten wir erreichen, für wen – und was kann jeder Partner dazu beitragen? Wenn Rollen, Erwartungen und Nutzen für alle Beteiligten klar sind, kann aus einer einzelnen Aktion eine tragfähige Zusammenarbeit entstehen. Besonders spannend finde ich Kooperationen dann, wenn durch sie Zugänge zum Lesen entstehen, die es vorher so nicht gab.

Annette Boll,
ist M.A. Germanistik & Betriebswirtschaft und Lese- und Literaturpädagogin (BVL). Sie arbeitet als Referentin und Projektentwicklerin in der Schweiz und in Deutschland und entwickelt Leseförderungs- und Literaturvermittlungsformate für Bibliotheken, Kommunen, Bildungseinrichtungen und weitere Partner. Als Mitglied der Projektgruppe LeseBox des Schweizer Buchzentrums bringt sie ihre Expertise auch in die Leseförderung im Buchhandel ein. In diesem Rahmen war sie an der Entwicklung der Auszeichnung LeseFunken beteiligt und wirkt weiterhin an deren Weiterentwicklung mit. Sie ist Gründerin und Festivalleiterin von «Thalwil liest vor». Mit der von ihr entwickelten «Leselounge» war sie 2026 für den Deutschen Lesepreis nominiert; 2023 erhielt sie den Thalwiler Kulturförderpreis.