Newsletter Schweizer Buchhandel
Ausgabe 31/2026 vom 27. August 2026
2. Swiss Retail Federation
2. Gutachten zu Twint
Der Schweizer Detailhandelsverband Swiss Retail Federation, bei dem der SBVV Mitglied ist, schaltete vor gut einem Jahr die Wettbewerbskommission WEKO wegen zu hoher Twint-Gebühren und «Missbrauch relativer Marktmacht» ein. Jetzt reicht der Handelsverband ein Gutachten nach. Dieses zeigt auf, dass Twint-Zahlungen hiesige Händler um einiges mehr kostet als Debitkarten. Zum Vergleich: Bei Debitkartenzahlungen mussten die untersuchten Händler im Schnitt 0,33 Prozent des Transaktionsbetrags abliefern, bei Kreditkarten 0,68 Prozent; bei Twint sind es zwischen 0,59 und 1,3 Prozent. Patrick Erny, Direktor der Swiss Retail Federation, sagt gegenüber dem Newsportal Schweiz heute: «Die allermeisten Twint-Kunden haben ein Bankkonto als Zahlungsmittel hinterlegt. Deshalb sollten sich die Twint-Gebühren am deutlich günstigeren Niveau von Debitkartentransaktionen orientieren.» Das fordert der Verband jetzt.
Die Höhe dieser Abgaben führte zur zweiten Erkenntnis des Gutachtens: Die grossen Händler müssen für Twint-Zahlungen deutlich weniger Gebühren abliefern als kleine. Laut dem Gutachten zahlen kleine Händler 1,3 Prozent pro Twint-Transaktion – das ist mehr als doppelt so viel wie grosse Konkurrenten mit 0,59 Prozent.
Das Gutachten stützt sich auf Transaktionsdaten verschiedener Mitgliedsunternehmen der Swiss Retail Federation aus dem vergangenen Jahr. Twint hält den Gebührenvergleich von ausgesuchten Händlern für «komplett falsch und irreführend». Schweiz heute lagen die Ergebnisse des Gutachtens vor. Der Artikel «Schröpft Twint die Händler?» kann von SBVV-Mitgliedern auf dem Sekretariat des SBVV bestellt werden.
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