Newsletter Schweizer Buchhandel
Ausgabe 27/2026 vom 09. Juli 2026
12. IPA
12. Prix Voltaire für ägyptischen Verleger
Im Rahmen des 35. Internationalen Verlegerkongresses in Kuala Lumpur, Malaysia, wurde Yehia Fekry mit dem diesjährigen mit 10’000 Franken dotierten Prix Voltaire ausgezeichnet. Der Ägypter ist Gründer und Geschäftsführer von El Maraya. Bei der Entgegennahme der Auszeichnung sagte er: «El Maraya wurde 2016 mit einer einfachen, aber ambitionierten Mission gegründet: jungen Stimmen aus den neuen demokratischen und liberalen Strömungen Ägyptens eine Plattform zu bieten und kritischen Perspektiven Raum zu geben, die im vorherrschenden intellektuellen und politischen Diskurs oft keinen Platz finden.» Diese Mission und die kritischen Perspektiven der Veröffentlichungen hätten den Verlag von Anfang an zahlreichen institutionellen Repressalien ausgesetzt. Der Druck dauere bis heute an. Trotzdem wolle sich El Maraya weiterhin für das Recht auf Wissen sowie für das Recht von Autorinnen, Autoren und Forschenden einsetzen, ihre Gedanken frei zu äussern. IPA-Präsidentin Gvantsa Jobava sagte: «Das Verlagswesen ist ein Beruf, der gleichermassen Mut wie Verantwortung verlangt. Doch die aussergewöhnlichen Geschichten jener Verlegenden, die in den vergangenen 20 Jahren für die Freiheit des Publizierens gekämpft haben, gehen noch darüber hinaus. Sie sind Beispiele echten Heldentums – von Heldentum zur Verteidigung der Menschenwürde, im Dienst des Verlagswesens und im Einsatz für die Freiheit selbst.»
Einen Prix Voltaire Sonderpreis verlieh die IPA dem verstorbenen ägyptischen Verleger Mohamed Hashem. Dessen Tochter Mirette Hashem nahm die Auszeichnung entgegen und sagte: «Mein Vater widmete sein Leben der Überzeugung, dass Bücher das Fundament einer freien und aufgeklärten Gesellschaft sind.» Als Verleger habe er unermüdlich die Meinungsfreiheit verteidigt und sich in Ägypten stets für das Recht eingesetzt, ohne Angst denken, schreiben und veröffentlichen zu können. «Er brachte grosse Opfer, um diese Werte zu schützen, weil er überzeugt war, dass Meinungsfreiheit eine Voraussetzung für den Fortschritt einer Nation ist.» Mohamed Hashem war Gründer des unabhängigen ägyptischen Merit Publishing House. Als Gegner autoritärer Herrschaft war er ausserdem 2004 Mitbegründer der Kefaya-Bewegung und ein Jahr später der Initiative Writers and Artists for Change, deren Treffen zunächst im Verlagshaus stattfanden. Während der Revolution 2011 war der Verlag ein wichtiges organisatorisches Zentrum, und er unterstützte Demonstrierende.
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