Newsletter Schweizer Buchhandel
Ausgabe 27/2026 vom 09. Juli 2026
5. Buchmarkt Deutschland
5. Trübes 2025
Nun liegen die Marktzahlen für Deutschland vor – und sie sind nicht erfreulich.
Letztes Jahr sank nach Angaben des Börsenvereins die Anzahl Buchkäuferinnen und -käufer gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent. Vor allem die Zielgruppe der 10- bis 15-Jährigen ist betroffen: Bei ihr Zahl nahm die Zahl der Käufer und Käuferinnen um satte 30,6 Prozent ab. Auch bei den 20- bis 29-Jährigen ist ein hoher Rückgang von 17,8 Prozent zu verzeichnen. Stabil ist die Lage jedoch bei den 16- bis 19-Jährigen. Hier resultierte ein Plus von 7,7 Prozent.
Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins: «Jahrzehntelange Versäumnisse in der Bildungspolitik haben zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Lesekompetenz geführt. Das Ergebnis lässt sich nun unmittelbar an den Marktzahlen ablesen.» Diese Zahlen müssten auch ein Weckruf an die Politik sein; es brauche umgehend konsequente Massnahmen, um Bildung und Lesekompetenz zu verbessern.
Nicht nur bei der Anzahl Buchkäuferinnen und Buchkäufer ist ein Minus zu verzeichnen, sondern auch beim Gesamtumsatz des deutschen Buchmarkts. Dieser betrug 2025 9,62 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr (9,88 Milliarden Euro) resultiert ein Minus von 2,7 Prozent. Dabei büsste auch der Sortimentsbuchhandel (ohne E-Commerce) an Umsatz ein. Die Einnahmen lagen mit 3,93 Milliarden Euro um 3,7 Prozent unter Vorjahresniveau, der Markanteil beläuft sich auf 40,8 Prozent. Auch das Onlinegeschäft, bei dem etwa die Hälfte auf die Shops der stationären Buchhandlungen entfällt, schliesst das vergangene Jahr mit einem kleinen Minus von 0,1 Prozent negativ ab. Der Umsatz lag bei 2,51 Milliarden Euro, der Marktanteil betrug 26,1 Prozent.
Peter Kraus vom Cleff, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins: «Zusätzlich zur eklatant rückläufigen Lesekompetenz sorgen die schwache Konjunktur und hohe Verbraucherunsicherheit für Umsatzrückgänge.» Überbordende bürokratische Anforderungen würden Ressourcen in den Unternehmen binden. «Für viele Buchhandlungen und Verlage bedeutet das eine nochmalige Zunahme des bereits hohen Kostendrucks.»
Die meisten Warengruppen haben ihre Vorjahreswerte nicht erreicht. Mit einem Umsatzplus von 1,2 Prozent zeigte sich aber zumindest die Belletristik stabil. Hierbei erlebten die Genres Young Adult und New Adult einen Aufschwung. Der Umsatz mit Young-Adult-Titeln stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Prozent, jener von New-Adult-Titeln sogar um 9,6 Prozent. Auch die Zahl der Käuferinnen und Käufer zeigt hier nach oben: um 8,8 Prozent im Vergleich zu 2024 und um 47,5 Prozent seit 2021. Auf Erfolgskurs befinden sich weiterhin Hörbücher. Mit einem Plus von 13,2 Prozent stiegen die Einnahmen gleich in zweistelliger Höhe, wobei das Wachstum vom Digitalgeschäft getrieben wird. Streaming legte um 23,1 Prozent zu, Downloads um 9,2 Prozent.
Insgesamt kamen letztes Jahr auch weniger Bücher auf den Markt. Mit 52’644 sank die Anzahl an Novitäten gegenüber dem Vorjahr um 9,8 Prozent. Die Zahl der Übersetzungen ins Deutsche lag letztes Jahr bei 8465 Titeln. Ihr Anteil an allen Neuerscheinungen stieg von 15 auf 16,1 Prozent.
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