Newsletter Schweizer Buchhandel
Ausgabe 30/2026 vom 20. August 2026
2. In Memoriam
2. Urs Breitenstein (1942-2026)
Am 17. Juli verstarb Urs Breitenstein, 2006/2007 Präsident des SBVV. Wir haben seinen langjährigen Weggefährten David Marc Hoffmann um einen Nachruf gebeten. Hier eine gekürzte Version; der vollständige Text erscheint in der nächsten Ausgabe des Schweizer Buchhandels, die Sie am nächsten Mittwoch erhalten.
Urs Breitenstein stammte aus einfachen, ländlichen Verhältnissen, wie er selbst gern betonte. Er besuchte die Einsiedler Klosterschule, studierte Klassische Philologie in Basel und trat als Lektor im Schwabe-Verlag seine Lebensstelle an. In einem grosszügigen Management-Buyout ernannte dann der damalige Besitzer von Verlag und Druckerei, Christian Overstolz, seine beiden verdienten Mitarbeiter Urs Breitenstein im Verlag und Ruedi Bienz in der Druckerei zu Direktoren und Nachfolgern.
Urs Breitenstein war nicht in erster Linie ein Verwaltungsmensch, dafür stellte er mit feinem Gespür geeignete Mitarbeitende ein und förderte sie grosszügig (unter anderem den Schreibenden), die das Verlagsprogramm en détail zu betreuen hatten. Seine grosse Stärke war die Begegnung von Mensch zu Mensch. Mit den etwa 120 Mitarbeitenden war er selbstverständlich per Du.
Und in vielen lokalen, nationalen und internationalen Gremien war er leitend tätig. So etwa lange Jahre im Basler Buchhändler- und Verlegerverein BBVV und im Schweizer Buchhandels- und Verlagsverband SBVV (in beiden Verbänden einige Jahre als Präsident), in der Basler Aeneas-Silvius-Stiftung, in der Bibliothekskommission der Basler Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige, im Verein Literaturfestival Basel, in der Kommission der renommierten Freiwilligen Akademischen Gesellschaft, im Verein Bücher für die Kinder in Rwanda und im International Board on Books for Young People IBBY. Letzteres Engagement brachte ihn bis nach Japan, wo er der Kaiserin begegnete, ein Erlebnis, von dem er gern berührt erzählte.
Dass er einst kurz vor der Matura wegen eines nächtlichen Ausbüxens von der Einsiedler Klosterschule verwiesen wurde, war ein tiefliegendes Trauma, von dem er immer wieder erzählte. Umso berührender ist es, dass der spätere Einsiedler Abt Martin Werlen den früheren Schüler in einem Gottesdienst offiziell rehabilitierte und sich nun auch bereit erklärt hat, den Gedenkgottesdienst morgen Donnerstag in der Basler Marienkirche zu halten.
David Marc Hoffmann war von 1996 bis 2012 Schwabe-Mitarbeiter und ab 2002 Verlagsleiter als Nachfolger von Urs Breitenstein.
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