Schweizer Buchhandels- und
Verlags-Verband SBVV

Newsletter Schweizer Buchhandel
Ausgabe 30/2026 vom 20. August 2026

12. Halbjahresbilanz Detailhandel
12. Stationärer Handel unter Druck

Im Rahmen ihrer Halbjahresauswertung der Debit- und Kreditkartentransaktionen rechnet die Swiss Retail Federation, bei der auch der SBVV Mitglied ist, mit einem nominalen Umsatzwachstum der Gesamtbranche von plus 1,2 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Der Onlinehandel legt mit einem Plus von drei Prozent zu, der stationäre Handel wächst laut Mitteilung des Verbands nur dank des starken Lebensmittelhandels (plus 3,8 Prozent) um 1 Prozent. «Treiber dieser Entwicklung bleibt insbesondere das anhaltende Bevölkerungswachstum, das sich positiv auf den Grundbedarf auswirkt», heisst es. Im Non-Food-Bereich rechnet Swiss Retail Federation mit einem Umsatzrückgang von minus 3,3 Prozent. Namentlich in den Segmenten Textil und Schuhe, Möbel und Haushalt, DIY sowie Freizeit und Spielwaren bleibe der strukturelle Druck unvermindert hoch.

Angesichts dieser Zahlen fordert der Verband eine gezielte Stärkung der politischen Rahmenbedingungen vor allem für den stationären Handel. Dazu gehören zum Beispiel eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten am Abend und am Wochenende, das Sicherstellen von Zufahrtsmöglichkeiten und kostengünstigen Parkierungsangeboten in Zentrumsnähe für alle Verkehrsteilnehmenden, insbesondere aber für den motorisierten Individualverkehr. Des Weiteren sollen vor allem im Baubereich Bewilligungsprozesse verschlankt werden, damit Investitionen, Umbauten und Modernisierungen rascher umgesetzt werden können. Darüber hinaus sollen regulatorische Hürden und Gebühren für stationäre Verkaufsflächen und Verkaufskonzepte abgebaut werden. Vor allem soll auf zusätzliche Produktdeklarationen verzichtet werden. Und schliesslich soll es für den Detailhandel keine zusätzlichen Belastungen durch höhere Mehrwertsteuersätze oder zusätzliche Lohnabgaben geben. Direktor Patrick Erny: «Der stationäre Detailhandel ist für die Nahversorgung, die Bereitstellung einer Vielzahl attraktiver Arbeits- und Ausbildungsbedingungen sowie den Erhalt lebendiger Ortszentren unverzichtbar.» Damit er weiterwachsen und im Wettbewerb bestehen könne, brauche er verlässliche und unternehmensfreundliche Rahmenbedingungen.

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