Schweizer Buchhandels- und
Verlags-Verband SBVV

Newsletter Schweizer Buchhandel
Ausgabe 32/2025 vom 28. August 2025

8. Jubiläum
8. Feier mit Hüten: 10 Jahre Prong Press

Der Verlag Prong Press mit Sitz in Embrach feierte letztes Wochenende im Sphères in Zürich das 10-jährige Bestehen. Autorinnen und Autoren, Illustrierende, Drucker und Freunde kamen der Aufforderung des Verlegers Rolf Bächi nach, zur Feier einen Hut zu tragen. Rolf Bächi ist seit Jahrzehnten in der Branche unterwegs – auch als Ausbildner im SBVV – und geht jetzt als Buchhändler in Pension.

Rolf Bächi, was hat Ihr Verlag mit Hüten am Hut?
Rolf Bächi:
Der Dresscode «Hut» war eine kleine Hommage an meine Verwandtschaft – an unseren Familienfeiern am Zürichsee wurden jeweils Hüte getragen, weil es Farbe und Gesprächsstoff in die Runde brachte! Meine Familie mütterlicherseits war sehr literaturaffin, mein Grossvater hatte eine grosse Bibliothek, meine Mutter stand in einem Briefverkehr mit der Künstlerin und Autorin Ruth Schaumann. Mir gefiel ausserdem, dass das gedruckte Buch immer wieder als «alter Hut» bezeichnet wird. Unser Verlag ist ganz aufs analoge Buch ausgerichtet und machte bisher auch keine eBooks. Wie cool und schön alte Hüte sind, zeigte unser Fest.

Die Bücher in ihrem Verlag haben meistens eine Auflage von 200 bis 500 Stück. Würden Sie den Verlag als Hobby bezeichnen?
Vielleicht eher ein Geschäftsmodell der Zukunft? Wir drucken, was wir verkaufen können. Die Nachhaltigkeit geht noch weiter. In diesen kleinen Auflagen können wir in einer Druckerei in Embrach drucken, und unsere Buchbinderei ist in Bachenbülach. Wir haben auch noch nie Titel verramscht. Alles bleibt im Sortiment. Das hat doch viel Potential.

Sie sind seit 30 Jahren Buchhändler – zuerst bei Orell Füssli in Winterthur, jetzt bei Lüthy im Glattzentrum – und gehen nächste Woche in Pension. Hat Sie die Flut an Neuerscheinungen über die Jahre nicht abgeschreckt, einen eigenen Verlag zu gründen?
Das Gegenteil war der Fall. Ich hatte das Bedürfnis, dem Konzentrationsprozess im Buchmarkt etwas entgegenstellen. Es gibt zu viel Machtkonzentration im Verlagswesen, und die grossen Verlage produzieren meines Erachtens zu viele Bücher. Die kleinen unabhängigen Verlage mit ihren speziellen Titeln sind wichtig. Der Schwerpunkt von Prong Press ist Ostasien, Tibet, wir machen politische und literarische Titel, auch Erstlinge, etwa einen Roman, der in Lhasa spielt. Es sind Sachen, die organisch entstehen, sie kommen durch unser Netzwerk zu uns. Mit meiner Frau Li-Ting lebte ich sieben Jahre in Taiwan, sie arbeitet auch im Verlag.

Haben Sie auch Bestseller im Programm?
«Sprachspass beim Fischen im Wörtermeer» von Chu Wen-Huei geht in die 3. Auflage; mit «Die letzte Realität» von Alon Cohen waren wir zu Gast im Literaturhaus Zürich. Wenn ich pensioniert bin, möchte ich unser Vertriebsnetz erweitern. Die Vitus Biomarkthalle in Zürich etwa hat unseren Titel «Mit Buddha Tee trinken» von Sandy Kuhn im Sortiment. Gerade die Bio-Läden vertreten ja einen ähnlichen Gedanken wie wir: Sie bieten nachhaltig und ökologisch produzierte Produkte, die man nicht überall findet.

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Auf der Hut bei der Buchauswahl.

Autor Chu Wen-Huei.

Verleger Rolf Bächi. Fotos: zVg

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